Orionnebel M42

Wie ihr vielleicht auf meinen Social Media Kanälen mitbekommen habt, habe ich mir eine kleine Nachführung für bessere Nachtfotos bestellt. Diese kam letzte Woche Donnerstag an. Bis zur Ankunft meiner Bestellung, hatte ich natürlich schon diverse Youtube-Videos und -Tuorials intus 😀

Weiter unten geb ich euch eine detaillierte Liste zu meinem Equipment.*

Ich achte bei meinen Käufen immer auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und vor allem auf das Gewicht. Lange habe ich überlegt, ob ich den Schritt mit dem Tracker gehen soll. Mit Stacking lassen sich auch ohne Nachführung schon ziemlich gute Milchstraßen-Fotos machen, wie mein letzter Versuch auf 24 mm zeigt. Doch irgendwie reichten mir die Details und die Bildqualität nicht.

Nach intensiver Recherche und einem Tutorial vor Ort von einem Astrofotografen, der den iOptron Skyguider Pro verwendet, entschied ich mich schließlich für den Move Shoot Move Nomad. Dieser Tracker ist für Weitwinkel und Brennweiten bis 135 mm konzipiert und trägt bis zu 3,5 kg (laut Hersteller) bei einem Eigengewicht von gerade einmal 400 Gramm.

Ich bestellte das Kit mit Laser und Polarsucher. Am Freitag habe ich beides ausgerichtet, um sicherzustellen, dass alles perfekt zentriert ist. Samstagabend ging es dann mit dem Tracker nach draußen. Ich stellte mein 24 – 70 mm Objektiv auf 35 mm ein und richtete das Ganze nur mit dem Laser aus – einfach, um ein Gefühl für die Materie zu bekommen. Objektivheizung mit Powerbank und meine neue Stirnlampe waren mit von der Partie. Der erste Test-Shot war vielversprechend, also stellte ich gleich zwei Minuten Belichtungszeit ein. Die Einrichtung ging schnell, und das Ergebnis war direkt gut. Leider konnte ich in dieser Nacht nicht länger testen, da die Bewölkung zu stark war.

Am Sonntagabend war der Himmel klar, und ich wollte den Tracker im Extremfall testen, um zu gucken, ob ich ihn behalte oder ggf. wieder zurück schicke. Also versuchte ich es mit dem Orionnebel auf 300 mm.

Auf dem Tracker lastete damit folgendes Gewicht: 2 kg (Kamera und Objektiv) + Kugelkopf mit 350 g.

Die grobe Ausrichtung erfolgte mit dem Laser, die Feinjustierung dann mit dem Polarsucher – so zumindest die Theorie. Das Ausrichten gestaltete sich schwieriger als erwartet, da der Polarsucher sehr dunkel war. Eigentlich sollte eine fluoreszierende Folie in einer Plastikröhre dabei sein, die man vorne anbringt, aber irgendwie hat bei mir nichts geleuchtet. Ich hatte nicht damit gerechnet, ein brauchbares Ergebnis zu erzielen. Später las ich, dass man die Folie mit einer Stirnlampe oder Taschenlampe etwa eine Minute „aufladen“ muss. Das werde ich beim nächsten Mal ausprobieren. Alternativ kann man auch eine Beleuchtung von Move Shoot Move nachbestellen.

Der erste Test-Shot: Eine Minute Belichtungszeit und runde Sterne. Ich freute mich in diesem Moment wie ein kleines Kind 😀 Ein kleiner farbiger Punkt in der Mitte des Bildes verriet mir, dass ich den Orionnebel fotografiert hatte. Am Computer angekommen, waren von 26 Aufnahmen elf brauchbar. Mein ursprüngliches Programm (Starry Landscape Stacker für Mac) legte die Bilder einigermaßen gut übereinander, aber ich war nicht ganz zufrieden. Ohne Vergleich wusste ich, dass es besser gehen musste. Also holte ich mir Siril und fand ein hilfreiches YouTube-Tutorial. Das Ergebnis war viel besser und ich war richtig stolz auf meinen ersten Versuch. Natürlich hätte ich mir etwas mehr Brennweite gewünscht oder gerne meine alte Crop-Kamera verwendet (damit wären es 480 mm gewesen). Insgesamt bin ich aber positiv überrascht und damit hat sich der Tracker seine Daseinsberechtigung in meinem Rucksack wirklich verdient. Ich bin gespannt, wie sich meine Astrofotografie weiterentwickelt und welche großartigen Bilder ich noch damit machen kann. Übrigens befindet sich oberhalb des Orionnebels in meinem Bild noch ein kleiner Emissionsnebel namens „Running Man“, dessen dunkle Wolke in der Mitte an eine laufende Figur erinnert.

*Ohne längere Umschweife hier mein Set-Up und natürlich die Bilder:

Tipp: Von Move Shoot Move gibt’s noch eine „Wedge“. Diese wird statt dem Kugelkopf aufs Stativ geschraubt und ist wesentlich anwenderfreundlicher bei der präzisen Ausrichtung mit dem Polsucher. Ich hab sie mir bisher noch nicht bestellt, weil ich nicht jedes Mal Kugelkopf gegen Platte auf dem Stativ austauschen möchte und das zusätzliche Gewicht vermeiden möchte. Vielleicht lege ich mir so eine auch irgendwann zu, weil das mit Kugelkopf schon wirklich schwierig war.

Habt ihr Fragen, Kritik oder schon selbst einmal versucht, den Nachthimmel einzufangen? Schreibt mir gerne eure Kommentare dazu unter den Beitrag.

Milchstraße 2024

Wie ihr vielleicht wisst, habe ich bereits zwei Mal versucht die Milchstraße zu fotografieren. Mein erster Versuch war eher mal so zum Probieren zwecks den Einstellungen. Mit meinem zweiten Versuch war ich auch noch nicht zufrieden, da die Bilder eher matschig waren und die Milchstraße kaum zu sehen. Außerdem waren die Orte im Nachhinein gesehen einfach zu hell gewesen.

Dieses Jahr kam nun mein dritter Versuch. Der Anspruch war groß. Ich wollte nicht nur die Milchstraße mit ihrem Staub und Nebeln richtig zum Leuchten bringen, sondern auch noch eine tolle Komposition. Mit Google Maps habe ich eine kleine einsame Kapelle bei mir in der Umgebung entdeckt. Nach dem Check mit Photopills, der Lightpollution Map und dem Wetter-Radar, ging’s auch schon los.

Ich hatte mir extra für die Milchstraße vor kurzem ein neues Objektiv zugelegt. Das Samyang AF 14 mm 2.8. Das Objektiv hatte leider einen Kontakt-Fehler auf meinem Kurztrip durch Wien erlitten, was mich aber nicht von dem Projekt abhalten konnte. Also ist es dieses Mal wieder mein Tamron 24 – 70 mm 2.8 G2 geworden.

Das Bild besteht nicht nur aus zwei Bildern, sondern aus 30, wegen der Rauschkörner. Wer meinen Stil kennt, weiß, dass ich eher einen „cleaneren“ Look bevorzuge. Ich hatte gelesen, dass dadurch die Bilder nicht so matschig werden. Für das Stacking habe ich den Starry Landscape Stacker für Mac benutzt. Das Ergebnis war nicht perfekt. Das Banding (die horizontalen Linien im Himmel) hatte die Software leider nicht rausbekommen. Ein paar kleine Tricks in Photoshop später, war das Foto fertig.

Es ist nicht perfekt, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen und ich bin recht zufrieden. Nächstes Jahr im Sommer gehts wieder los und ich hoffe, dass ich dann mein Milchstraßen-Objektiv dafür nutzen kann. Die Belichtungszeit wird nämlich durch die 14 mm wesentlich länger und ich bin gespannt, ob ich den Nachthimmel damit noch detaillierter einfangen kann.

Hier ist der Vorher-Nachher-Vergleich:

Vorher / Nachher

Nordlichter über Bayern – 11.05.2024

Es war der 11.05.2024 und ich war krank. Ich hatte mir für dieses Jahr eine App zugelegt, die mir bei der Polarlicht-Jagd helfen sollte. Ich war schon einige Male los gezogen, aber hatte nie Glück. Dieses Mal sollte es anders sein.

Ich bekam wie schon öfter einen Hinweis von meiner App, dass es kommende Nacht mit den Nordlichtern klappen könnte an meinem Standort. Mir ging es nicht besonders gut, deshalb hatte ich den Hinweis erst einmal ignoriert.

Neugierig sah ich später am Abend nochmal in meine App wie es denn aussieht mit den Sichtungen und der Wahrscheinlichkeit und plötzlich war die ganze Karte rot mit Sichtungen und ich wusste, dass ich sofort ausrücken musste. Erkältet hin oder her.

Ich war unvorbereitet und wollte nicht weit fahren in meinem Zustand, also suchte ich mir einen Platz in der Nähe mit freier Sicht nach Norden. Ich saß 20 Minuten im Auto und hatte die Hoffnung schon aufgegeben. Ich war mir auch gar nicht sicher wie intensiv die Nordlichter sein würden. Ich rätselte, ob ich sie überhaupt erkennen könnte. Ich hatte mir das Limit gesetzt noch 5 Minuten abzuwarten und dann wieder nach Hause zu fahren.

Plötzlich innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde verfärbte sich der Himmel von Norden kommend leuchtend rot. Ich war fassungslos bei diesem Farbenspiel am vor wenigen Minuten noch dunklen Nachthimmel. Als mein Kopf wieder funktionierte, hechterte ich aus dem Auto und schaltete die Kamera ein. Ich hatte während meiner Wartezeit schon ein paar Testaufnahmen gemacht und alles vorbereitet.

Nachdem die Nordlichter verschwunden waren, kam meine Mama zu mir und wir zogen nochmals los. Sie wollte es unbedingt auch erleben. Die Farben der Nordlichter waren später in der Nacht nochmal ganz anders. Wäre ich fit gewesen, hätte ich mir vermutlich die ganze Nacht um die Ohren gehauen, aber ich bin dennoch überglücklich zum ersten Mal Nordlichter gesehen zu haben und das in Deutschland. Es war ein atemberaubendes Spektakel. Ich hoffe, dass ich das bald nochmal erleben darf.