Dieses Mal war ich wieder abends/nachts unterwegs, jedoch nicht in Sachen Astrofotografie, sondern in der Eventfotografie. Ich freue mich sehr, euch ein paar der Bilder zu zeigen, die ich an diesem wundervollen Abend für die Stadt Waldsassen machen durfte. Zu Gast war das Symphonieorchester aus Karlsbad, begleitet von einer unglaublich talentierten Sängerin. Von James Bond über Harry Potter bis hin zur Eiskönigin war musikalisch alles vertreten.
Im Herbst letzten Jahres hatte ich mal wieder eine Tour durch die angrenzende Tschechei vor. Man findet atemberaubende Lost Places dort und ich hatte auch einen kleinen Tipp aus der Community bekommen. Ebenfalls auf der Agenda stand die ganze bekannte Geisterkirche. Ich war bereits zwei Mal dort gewesen, aber ich hatte es noch nie nach drinnen geschafft, da sie ein Mal einsturzgefährdet war und das andere Mal war der Inhaber zum Aufsperren nicht da gewesen.
Wir hatten pünktlich zum Sonnenaufgang gleich mal eine wunderschöne Aussicht mit tiefen Nebelschwaden, die sich in den Bäumen verfangen zu haben schienen. Der erste große Lost Place war ein altes Schloss mit Bühne und frischem Konfetti auf dem Parkettboden. Woher das kam? Keine Ahnung 😀 Ein wundervolles altes Gebäude, das leider einfach so mitten in einem kleinen Örtchen verfällt. Leider waren die Räumlichkeiten überwiegend leer. Über den Dachboden konnte man sogar auf das Dach und hatte eine tolle Aussicht mit den typischen Spinnennetzen im Herbst, an denen der Tau haften bleibt. Auf dem Grundstück waren noch zwei weitere Gebäude. Wir waren aber nur in einem davon und haben dort noch Fotos gemacht.
Danach hatte ich eine verlassene Kirche über Google Maps ausfindig gemacht. Wir waren an dem Ort nicht alleine. Einige Touristen gesellten sich zu uns. Ich war richtig überrascht. Anscheinend ist das Dorf um die Kirche herum komplett verlassen. Es wohnt niemand mehr dort, aber jemand kommt jeden Tag in das Dorf um die Kirche aufzusperren und Besucher zu empfangen. Die Kirche ist sehr marode und baufällig, aber wunderschön. Da das Dorf verlassen war, bot sich mir die einmalige Gelegenheit dort Drohne zu fliegen.
Weiter ging es mit der Geisterkirche. Die Straße erkannte ich sofort wieder. Allerdings war die Kirche verschwunden. Sie war damals total baufällig und die blanken Ziegelsteine hatte man gesehen. Als wir laut Google Maps unser Ziel erreicht hatten, konnte ich es nicht fassen. Die Kirche war von außen komplett renoviert worden und erstrahlte in einem satten Gelbton. Sie sah sehr hübsch aus, aber als verlassener Ort ging das nicht mehr durch – zumindest von außen nicht mehr. Auch einige der Gräber, die um die Kirche herum angelegt waren, hatten sich verändert. Innen war es dann doch wieder mehr Lost-Place-Feeling. Einige der Gespenster waren bereits in die Jahre gekommen und leider nicht mehr intakt. Aber dennoch war ich froh, endlich mal rein gekommen zu sein und ein paar tolle Aufnahmen sind trotzdem entstanden.
Zum Schluss hatten wir noch ein paar alte Ruinen und Gebäude, in die wir leider nicht reingekommen sind. Während man durch die Tschechei fährt, findet man normalerweise immer noch etwas zusätzlich.
Wie ihr vielleicht wisst, habe ich bereits zwei Mal versucht die Milchstraße zu fotografieren. Mein erster Versuch war eher mal so zum Probieren zwecks den Einstellungen. Mit meinem zweiten Versuch war ich auch noch nicht zufrieden, da die Bilder eher matschig waren und die Milchstraße kaum zu sehen. Außerdem waren die Orte im Nachhinein gesehen einfach zu hell gewesen.
Dieses Jahr kam nun mein dritter Versuch. Der Anspruch war groß. Ich wollte nicht nur die Milchstraße mit ihrem Staub und Nebeln richtig zum Leuchten bringen, sondern auch noch eine tolle Komposition. Mit Google Maps habe ich eine kleine einsame Kapelle bei mir in der Umgebung entdeckt. Nach dem Check mit Photopills, der Lightpollution Map und dem Wetter-Radar, ging’s auch schon los.
Ich hatte mir extra für die Milchstraße vor kurzem ein neues Objektiv zugelegt. Das Samyang AF 14 mm 2.8. Das Objektiv hatte leider einen Kontakt-Fehler auf meinem Kurztrip durch Wien erlitten, was mich aber nicht von dem Projekt abhalten konnte. Also ist es dieses Mal wieder mein Tamron 24 – 70 mm 2.8 G2 geworden.
Das Bild besteht nicht nur aus zwei Bildern, sondern aus 30, wegen der Rauschkörner. Wer meinen Stil kennt, weiß, dass ich eher einen „cleaneren“ Look bevorzuge. Ich hatte gelesen, dass dadurch die Bilder nicht so matschig werden. Für das Stacking habe ich den Starry Landscape Stacker für Mac benutzt. Das Ergebnis war nicht perfekt. Das Banding (die horizontalen Linien im Himmel) hatte die Software leider nicht rausbekommen. Ein paar kleine Tricks in Photoshop später, war das Foto fertig.
Es ist nicht perfekt, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen und ich bin recht zufrieden. Nächstes Jahr im Sommer gehts wieder los und ich hoffe, dass ich dann mein Milchstraßen-Objektiv dafür nutzen kann. Die Belichtungszeit wird nämlich durch die 14 mm wesentlich länger und ich bin gespannt, ob ich den Nachthimmel damit noch detaillierter einfangen kann.