Plejaden M45

Vergangene Nacht habe ich meinen zweiten Versuch unternommen, die Plejaden einzufangen. Das Einnorden war mal wieder das Schwierigste. Es war mein drittes Mal mit dem MSM Nomad und Routine hat sich bei mir leider noch nicht so eingestellt. Zudem war es schon eine Herausforderung bei – 9,5 °C, da man mit Handschuhen einfach nicht die nötige Feinmotorik hat und ohne Handschuhe eben kein Gefühl mehr in den Fingern 😀

Die Bedingungen in dieser Nacht waren wirklich perfekt. Es war super kalt, aber dafür richtig klar und das Mondlicht nahezu nicht vorhanden.

Bei der Bearbeitung lief es ausnahmsweise fehlerlos, problemlos und richtig fix. Ich persönlich bin richtig happy mit dem Ergebnis und freu mich schon auf mein nächstes Deep Sky Abenteuer.

Zur Technik:

  • Kamera 5D Mark IV
  • Canon 70 – 300 L IS USM (auf 300 mm, mit Streulichtblende)
  • MSM Nomad Nachführung mit Laser und Polsucher, sowie roter Laser für den Polsucher (Investition in diesen Laser lohnt sich)
  • MSM Nomad Objektivheizung
  • Powerbank
  • Stativ
  • zwei Kugelköpfe
  • Stirnlampe mit Rotlicht

Einstellungen Kamera:

  • Belichtungszeit: 30 Sekunden
  • Blende: 5.6
  • ISO: 6.400
  • Manueller Fokus
  • 2 Sekunden Auslöseverzögerung und Touch-Auslösung auf dem Display aktiv (da mein Auslöser dieses Mal leider nicht in meine Tasche gefunden hat :D)

Zur Software:

  • Apps: Stellarium, Polar Scope Align
  • Programm fürs Stacking: Zusammenfügen von 80 Bildern in Siril (davon 66 Lights, 14 Darks)
  • Bildbearbeitung: Photoshop

Mondfinsternis 07.09.2025

Natürlich habe ich mir solch ein Ereignis nicht entgehen lassen.

Mein Plan: Zeitraffer vom Mondaufgang mit 135 mm Brennweite und später noch ein paar Detail-Shots auf 300 mm. Vorher schlau gemacht, entschied ich mich für folgende Einstellungen beim Zeitraffer: 5 Sekunden Intervall, Belichtungszeit manuell runter regeln bis maximal 1/60, Blende 8, ISO bis 6.400 hoch regeln, wie es nötig wäre.

Problem: Canon 5D Mark IV. Meine eigene Kamera hat das leider nicht so mitgemacht wie ich mir das vorgestellt hatte. Bisher begrenzte sich meine Erfahrung auf einen Zeitraffer von Nacht zu Tag im Intervall von 10 Sekunden (Sonnenaufgang). Da hatte alles super geklappt mit meinem Halbwissen.

Dieses Mal wars leider anders. Wie ich in der Bedienungsanleitung später nachgelesen habe, deaktiviert meine Kamera ab Intervallen von 5 Sekunden und darunter ein paar wichtige Funktionen, die ich für meinen Zeitraffer gebraucht hätte. Sehr sehr ärgerlich, da ich vor Ort einfach nicht auf das Problem gekommen bin. Auf jeden Fall lässt sich ein Bild nicht manuell nachjustieren, wenn man keine Info von der Kamera bekommt, wie das Bild denn gerade aussieht. Pech gehabt.

Der Zeitraffer ist leider ab Mondaufgang viel zu dunkel geworden und stirbt den »Rauschtod«. Alles ein Lernprozess sozusagen. Für zukünftige Zeitraffer werde ich mir wohl etwas einfallen lassen müssen.

Auf jeden Fall wollte ich dann zumindest ein paar Fotos vom Mond stacken, da er mit ISO 6.400 aufgenommen war. So eine Mondfinsternis ist nun mal echt … finster 😀 Das Stacking habe ich in keinem meiner Programme hinbekommen. Alles für die Tonne. Nichts hat mal wieder geklappt. Zumindest habe ich ein Foto vom verdunkelten Blutmond an diesem Abend hinbekommen und den Rest konnte ich zumindest mit meinen Augen gedanklich festhalten. Die nächste Mondfinsternis kommt bestimmt und dann klappt es hoffentlich besser.

Milchstraße 50 mm f 1.8

Im Internet sieht man immer mal wieder, dass Fotografen zwei verschiedene Brennweiten für ihre Milchstraßen-Fotos benutzen. Da ich im Astrobereich noch relativ »grün hinter den Ohren« bin, wollte ich mal ausprobieren, wie das Zentrum der Milchstraße auf 50 mm so aussieht. Mein 50 mm 1.8 benutze ich nicht besonders oft, aber durch die Blende 1.8, ist das Objektiv für den Astrobereich bzw. für die Nacht durchaus interessant. Also das 50 mm entstaubt und eingepackt. Hier habe ich mal die verschiedenen Steps meines Workflows für euch:

Fazit

Für meinen persönlichen Geschmack sind 50 mm doch ganz schön viel fürs Zentrum. Ich schätze, dass 35 mm vielleicht etwas schöner sind und für den Vordergrund könnte man dann etwas weitwinkliger gehen. Was meint ihr?

Setup

  • MSM Nomad Star Tracker mit Laser und Polarsucher
  • Stellarium
  • Canon 5D Mark IV (ohne Astro-Mod.)
  • Canon EF 50 mm 1.8
  • Siril
  • Photoshop
  • Lightroom