Startrails – 1. Versuch

Ich war mal wieder mit einem anderen Fotografen im Schatten der Dunkelheit unterwegs und ich wollte mal Startrails ausprobieren: Welche Einstellungen? Wie macht man diese coolen Videos, in denen die Sternenspuren entstehen? Wie fügt man die ganzen Bilder am besten zusammen und wie viel Gebastel ist wieder mal nötig bis das Bild fertig ist?

Das Hauptmotiv war eine kleine Kapelle bei Bad Neualbenreuth – die Schönstattkapelle. Dahinter war es einigermaßen dunkel und auf die kleine Straße daneben verirrt sich normalerweise keiner. Natürlich waren genau in dieser Nacht zwei Autos an unseren Kameras vorbei gefahren – typisch 😀 Bei diesem Projekt Fotos auszusortieren ist nicht ideal, da Lücken in den Trails später entstehen können. Im Foto kann man das kompensieren, aber im Video wird’s schwierig.

Persönliches Empfinden beim fertigen Foto? Ganz weit weg von perfekt, aber für den ersten Versuch ganz ok.

  • Fotos fehlen, da ich die aussortieren musste, in denen Lichtquellen von Autos waren.
  • Retusche der Satelliten und Flugzeuge leider alles Handarbeit in Lightroom
  • Nie wieder Bäume mit Blättern mit vielen dünnen Ästen ins Bild nehmen. Super undankbare Angelegenheit, da man bei der Bearbeitung in Photoshop beim Himmel mit einem Ölfilter beispielsweise arbeitet um die Sternspuren noch weicher hinzubekommen. In meinem Foto ist dieses Problem sehr gut sichtbar, da ich mir für diesen Versuch nicht die Mühe machen wollte, jeden einzelnen Pixel aus zu maskieren im Bereich der Büsche und Bäume.

Technische Details:

  • Fertiges Foto besteht aus 301 Einzelfotos
  • Canon 5D Mark IV
  • Tamron 24 – 70 mm 2.8 G2
  • Brennweite: 24 mm
  • Belichtung: 15 Sekunden
  • Blende: 2.8
  • ISO 3.200
  • Weißabgleich: 4.300 K
  • Programme: Lightroom, Star Stacker (Mac), Photoshop

Fazit:

Es hat echt ein bisschen gedauert über 300 Fotos per Hand in Lightroom zu retuschieren. Warum ist auch gerade in unserem Eck so viel los am Nachthimmel?

Da bin ich aber auch ein bisschen selbst schuld. Ich habe nur mit 15 Sekunden belichtet, da ich punktförmige Sterne wollte, falls eine Sternschnuppe vorbei kommt und ich das Einzelbild auch verwenden wollte. Man kann natürlich auch länger belichten.

Bäume mit Blättern und Autos sind zu vermeiden. Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, dass der zweite Versuch nicht lange auf sich warten lassen wird 😀

Ich geb euch mal einen Vorher-Nachher-Vergleich:

Milchstraße 2024

Wie ihr vielleicht wisst, habe ich bereits zwei Mal versucht die Milchstraße zu fotografieren. Mein erster Versuch war eher mal so zum Probieren zwecks den Einstellungen. Mit meinem zweiten Versuch war ich auch noch nicht zufrieden, da die Bilder eher matschig waren und die Milchstraße kaum zu sehen. Außerdem waren die Orte im Nachhinein gesehen einfach zu hell gewesen.

Dieses Jahr kam nun mein dritter Versuch. Der Anspruch war groß. Ich wollte nicht nur die Milchstraße mit ihrem Staub und Nebeln richtig zum Leuchten bringen, sondern auch noch eine tolle Komposition. Mit Google Maps habe ich eine kleine einsame Kapelle bei mir in der Umgebung entdeckt. Nach dem Check mit Photopills, der Lightpollution Map und dem Wetter-Radar, ging’s auch schon los.

Ich hatte mir extra für die Milchstraße vor kurzem ein neues Objektiv zugelegt. Das Samyang AF 14 mm 2.8. Das Objektiv hatte leider einen Kontakt-Fehler auf meinem Kurztrip durch Wien erlitten, was mich aber nicht von dem Projekt abhalten konnte. Also ist es dieses Mal wieder mein Tamron 24 – 70 mm 2.8 G2 geworden.

Das Bild besteht nicht nur aus zwei Bildern, sondern aus 30, wegen der Rauschkörner. Wer meinen Stil kennt, weiß, dass ich eher einen „cleaneren“ Look bevorzuge. Ich hatte gelesen, dass dadurch die Bilder nicht so matschig werden. Für das Stacking habe ich den Starry Landscape Stacker für Mac benutzt. Das Ergebnis war nicht perfekt. Das Banding (die horizontalen Linien im Himmel) hatte die Software leider nicht rausbekommen. Ein paar kleine Tricks in Photoshop später, war das Foto fertig.

Es ist nicht perfekt, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen und ich bin recht zufrieden. Nächstes Jahr im Sommer gehts wieder los und ich hoffe, dass ich dann mein Milchstraßen-Objektiv dafür nutzen kann. Die Belichtungszeit wird nämlich durch die 14 mm wesentlich länger und ich bin gespannt, ob ich den Nachthimmel damit noch detaillierter einfangen kann.

Hier ist der Vorher-Nachher-Vergleich:

Vorher / Nachher