Motorradshooting im Rapsfeld

Mein erstes Motorradshooting – und direkt eines, das mir besonders in Erinnerung bleiben wird.

Manchmal braucht es gar nicht viel: eine gute Idee, die passende Location und einen Fotografen, der Lust hat, daraus gemeinsam etwas Besonderes zu machen. Nach sorgfältiger Recherche und Planung fiel die Wahl schließlich auf dieses Rapsfeld – und es hätte kaum besser passen können. Die Uhrzeit, das Licht, der Hintergrund und die sommerliche Stimmung haben einfach perfekt harmoniert.

Das Shooting selbst hat richtig Spaß gemacht. Das Motorrad mit seinem glänzenden Lack, die gelben Blüten, das goldene Licht und die gesamte Kulisse haben einfach perfekt zusammengepasst. Und das Beste daran: Da in der Fotografie ja doch gerne mal etwas Unvorhergesehenes passiert – sei es das Wetter, das Licht oder irgendein kleines Detail – lief hier ausnahmsweise tatsächlich alles genau nach Plan. 😀

Hinweis: Es wurde keine einzige Rapspflanze zerstört, da wir ausschließlich in den Traktor-Spuren des Rapsfeldes geshootet haben.

Hier ein kleiner Auszug der entstandenen Bilder:

Startrails – 1. Versuch

Ich war mal wieder mit einem anderen Fotografen im Schatten der Dunkelheit unterwegs und ich wollte mal Startrails ausprobieren: Welche Einstellungen? Wie macht man diese coolen Videos, in denen die Sternenspuren entstehen? Wie fügt man die ganzen Bilder am besten zusammen und wie viel Gebastel ist wieder mal nötig bis das Bild fertig ist?

Das Hauptmotiv war eine kleine Kapelle bei Bad Neualbenreuth – die Schönstattkapelle. Dahinter war es einigermaßen dunkel und auf die kleine Straße daneben verirrt sich normalerweise keiner. Natürlich waren genau in dieser Nacht zwei Autos an unseren Kameras vorbei gefahren – typisch 😀 Bei diesem Projekt Fotos auszusortieren ist nicht ideal, da Lücken in den Trails später entstehen können. Im Foto kann man das kompensieren, aber im Video wird’s schwierig.

Persönliches Empfinden beim fertigen Foto? Ganz weit weg von perfekt, aber für den ersten Versuch ganz ok.

  • Fotos fehlen, da ich die aussortieren musste, in denen Lichtquellen von Autos waren.
  • Retusche der Satelliten und Flugzeuge leider alles Handarbeit in Lightroom
  • Nie wieder Bäume mit Blättern mit vielen dünnen Ästen ins Bild nehmen. Super undankbare Angelegenheit, da man bei der Bearbeitung in Photoshop beim Himmel mit einem Ölfilter beispielsweise arbeitet um die Sternspuren noch weicher hinzubekommen. In meinem Foto ist dieses Problem sehr gut sichtbar, da ich mir für diesen Versuch nicht die Mühe machen wollte, jeden einzelnen Pixel aus zu maskieren im Bereich der Büsche und Bäume.

Technische Details:

  • Fertiges Foto besteht aus 301 Einzelfotos
  • Canon 5D Mark IV
  • Tamron 24 – 70 mm 2.8 G2
  • Brennweite: 24 mm
  • Belichtung: 15 Sekunden
  • Blende: 2.8
  • ISO 3.200
  • Weißabgleich: 4.300 K
  • Programme: Lightroom, Star Stacker (Mac), Photoshop

Fazit:

Es hat echt ein bisschen gedauert über 300 Fotos per Hand in Lightroom zu retuschieren. Warum ist auch gerade in unserem Eck so viel los am Nachthimmel?

Da bin ich aber auch ein bisschen selbst schuld. Ich habe nur mit 15 Sekunden belichtet, da ich punktförmige Sterne wollte, falls eine Sternschnuppe vorbei kommt und ich das Einzelbild auch verwenden wollte. Man kann natürlich auch länger belichten.

Bäume mit Blättern und Autos sind zu vermeiden. Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, dass der zweite Versuch nicht lange auf sich warten lassen wird 😀

Ich geb euch mal einen Vorher-Nachher-Vergleich:

Orionnebel M42

Wie ihr vielleicht auf meinen Social Media Kanälen mitbekommen habt, habe ich mir eine kleine Nachführung für bessere Nachtfotos bestellt. Diese kam letzte Woche Donnerstag an. Bis zur Ankunft meiner Bestellung, hatte ich natürlich schon diverse Youtube-Videos und -Tuorials intus 😀

Weiter unten geb ich euch eine detaillierte Liste zu meinem Equipment.*

Ich achte bei meinen Käufen immer auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und vor allem auf das Gewicht. Lange habe ich überlegt, ob ich den Schritt mit dem Tracker gehen soll. Mit Stacking lassen sich auch ohne Nachführung schon ziemlich gute Milchstraßen-Fotos machen, wie mein letzter Versuch auf 24 mm zeigt. Doch irgendwie reichten mir die Details und die Bildqualität nicht.

Nach intensiver Recherche und einem Tutorial vor Ort von einem Astrofotografen, der den iOptron Skyguider Pro verwendet, entschied ich mich schließlich für den Move Shoot Move Nomad. Dieser Tracker ist für Weitwinkel und Brennweiten bis 135 mm konzipiert und trägt bis zu 3,5 kg (laut Hersteller) bei einem Eigengewicht von gerade einmal 400 Gramm.

Ich bestellte das Kit mit Laser und Polarsucher. Am Freitag habe ich beides ausgerichtet, um sicherzustellen, dass alles perfekt zentriert ist. Samstagabend ging es dann mit dem Tracker nach draußen. Ich stellte mein 24 – 70 mm Objektiv auf 35 mm ein und richtete das Ganze nur mit dem Laser aus – einfach, um ein Gefühl für die Materie zu bekommen. Objektivheizung mit Powerbank und meine neue Stirnlampe waren mit von der Partie. Der erste Test-Shot war vielversprechend, also stellte ich gleich zwei Minuten Belichtungszeit ein. Die Einrichtung ging schnell, und das Ergebnis war direkt gut. Leider konnte ich in dieser Nacht nicht länger testen, da die Bewölkung zu stark war.

Am Sonntagabend war der Himmel klar, und ich wollte den Tracker im Extremfall testen, um zu gucken, ob ich ihn behalte oder ggf. wieder zurück schicke. Also versuchte ich es mit dem Orionnebel auf 300 mm.

Auf dem Tracker lastete damit folgendes Gewicht: 2 kg (Kamera und Objektiv) + Kugelkopf mit 350 g.

Die grobe Ausrichtung erfolgte mit dem Laser, die Feinjustierung dann mit dem Polarsucher – so zumindest die Theorie. Das Ausrichten gestaltete sich schwieriger als erwartet, da der Polarsucher sehr dunkel war. Eigentlich sollte eine fluoreszierende Folie in einer Plastikröhre dabei sein, die man vorne anbringt, aber irgendwie hat bei mir nichts geleuchtet. Ich hatte nicht damit gerechnet, ein brauchbares Ergebnis zu erzielen. Später las ich, dass man die Folie mit einer Stirnlampe oder Taschenlampe etwa eine Minute „aufladen“ muss. Das werde ich beim nächsten Mal ausprobieren. Alternativ kann man auch eine Beleuchtung von Move Shoot Move nachbestellen.

Der erste Test-Shot: Eine Minute Belichtungszeit und runde Sterne. Ich freute mich in diesem Moment wie ein kleines Kind 😀 Ein kleiner farbiger Punkt in der Mitte des Bildes verriet mir, dass ich den Orionnebel fotografiert hatte. Am Computer angekommen, waren von 26 Aufnahmen elf brauchbar. Mein ursprüngliches Programm (Starry Landscape Stacker für Mac) legte die Bilder einigermaßen gut übereinander, aber ich war nicht ganz zufrieden. Ohne Vergleich wusste ich, dass es besser gehen musste. Also holte ich mir Siril und fand ein hilfreiches YouTube-Tutorial. Das Ergebnis war viel besser und ich war richtig stolz auf meinen ersten Versuch. Natürlich hätte ich mir etwas mehr Brennweite gewünscht oder gerne meine alte Crop-Kamera verwendet (damit wären es 480 mm gewesen). Insgesamt bin ich aber positiv überrascht und damit hat sich der Tracker seine Daseinsberechtigung in meinem Rucksack wirklich verdient. Ich bin gespannt, wie sich meine Astrofotografie weiterentwickelt und welche großartigen Bilder ich noch damit machen kann. Übrigens befindet sich oberhalb des Orionnebels in meinem Bild noch ein kleiner Emissionsnebel namens „Running Man“, dessen dunkle Wolke in der Mitte an eine laufende Figur erinnert.

*Ohne längere Umschweife hier mein Set-Up und natürlich die Bilder:

Tipp: Von Move Shoot Move gibt’s noch eine „Wedge“. Diese wird statt dem Kugelkopf aufs Stativ geschraubt und ist wesentlich anwenderfreundlicher bei der präzisen Ausrichtung mit dem Polsucher. Ich hab sie mir bisher noch nicht bestellt, weil ich nicht jedes Mal Kugelkopf gegen Platte auf dem Stativ austauschen möchte und das zusätzliche Gewicht vermeiden möchte. Vielleicht lege ich mir so eine auch irgendwann zu, weil das mit Kugelkopf schon wirklich schwierig war.

Habt ihr Fragen, Kritik oder schon selbst einmal versucht, den Nachthimmel einzufangen? Schreibt mir gerne eure Kommentare dazu unter den Beitrag.