Es war ein wunderschöner warmer Abend im Sommer. Mein Rucksack war bereits hergerichtet: Akkus geladen, genügend SD-Karten eingepackt, Drohne, Kamera, Objektive – alles startklar. Noch ein paar Fotos vorher vor der Haustüre gemacht und dann ging es auch schon zu einem Bauernhof nach Krummenaab. Dort durfte ich einen Mähdrescher mit meiner Drohne begleiten. Die Videos dazu gibt’s auf meinem Instagram-Account: Melissa.7423_
Es war ein tolles Erlebnis und eine tolle Erfahrung für mich. Kurzum: Hier ist die Ausbeute des abends:
Special thanks to Christoph Purucker und Florian Käß.
Indoor und Lost Placesfür z. B. kleinere und dunklere Räume
Urban- und Street-Photography v. a. nachts
Natur und Landschaft z. B. Detailaufnahmen mit tollem Bokeh oder eine landschaftliche Szene weitwinklig einfangen
Alle folgenden Bilder sind mit einer Canon 5D Mark IV aufgenommen und out of camera.
Zum Test:
Vignettierung
F 1.4F 1.6F 1.8F 2.8Abblenden lohnt sich hier. Durch die einfache Korrektur in der Nachbearbeitung, ist die stärkere Vignettierung im unteren Bereich kein ausschlaggebender Nachteil für mich persönlich.
Chromatische Aberration
Ausgangsbild 1/800 f1.4 ISO 50
Schon gemein so den Randbereich rauszupicken. Performance aber voll in Ordnung. Die Farbsäume sind sehr gering.
Bokeh
1/1600 f1.4 ISO 50
Das Bokeh lässt keine Wünsche offen.
Detail
Das Ausgangsbild zur Beurteilung der Details.F 1.4F 2.0F 3.5Meiner Meinung nach liegt der „Sweet-Spot“ hier bei Blende 2.0. Man hat die Details und ein tolles Bokeh. Offenblendig werden einige Details verschluckt und das Bild wird wesentlich softer.
Weißabgleich
F 1.4F 2.0F 1.4F 2.8Ich verwende immer die Einstellung „Weißabgleich Weiß“. Meine anderen Objektive liefern in der gleichen Szene gleichbleibende Ergebnisse. Beim Sigma sind die Bilder mit f1.4 häufig wärmer als alle anderen bzw. weichen farblich total ab von der Realität. Sowas hatte ich noch nie bei einem Objektiv und war mir bis dahin auch vollkommen neu.
Im unteren Beispiel kann man auch gut die Stärke der Vignettierung erkennen. Auf f1.4 ist die Vignette sehr viel stärker ausgeprägt als bei f2.8.
Autofokus
Der Fokus lag auf dem Traktor. Der Fokuspunkt zur Berechnung war hier genau in der Mitte des Objektivs, da die Berechnung der Schärfe in der Mitte immer am genauesten ist. Vom AF bin ich maßlos enttäuscht, gerade wenn die Objekte kleiner und weiter weg sind. Auch bei Distanzen ab 2 bis 3 m und mit offener Blende fotografiert, liefert der AF keine guten Ergebnisse. Jeder dritte Shot ist für die Tonne. Vielleicht lag es speziell an meinem Exemplar. Das kann ich nicht sagen, aber die Performance war hier unterirdisch. Der unendliche Fokus in die Weite hat auch oft nicht funktioniert. Hier war oft gar nichts scharf im Bild. Die Schnelligkeit jedoch war super.Hier habe ich auf das Nummernschild fokussiert. F 1.4F 2.0F 4.0Erst bei Blende 4 konnte der Autofokus das gewünschte Ergebnis liefern. Der Weißabgleich ist hier auch wieder extrem unterschiedlich und entspricht nicht der Realität.
Fazit:
Pro
Bokeh traumhaft
Lichtstark
Chromatische Aberration und Vignette ok
Hohe Abbildungsleistung, wenn der AF sitzt – auch im Randbereich
Contra
Gewicht 950g (Canon-EF-Mount)
Katastrophaler Autofokus v. a. offenblendig und auf unendlich
Starke Farbabweichungen beim Weißabgleich
Keine Bildstabilisierung
Kein Spritzwasserschutz
Preis 899 EUR (Amazon)
Starkes Coma im Randbereich bei Astro-Fotografie (selbst nicht getestet)
Für mich persönlich war das Objektiv leider unbrauchbar, da der Autofokus nicht ordentlich funktioniert hat. Sigma verkauft zwar einen USB-Dock zur Feinjustierung des Objektivs (für z. B. Front-Fokus und Back-Fokus), aber bei dem Preis erwartet man eine bessere Performance ohne extra Zubehör. Für mein Tamron 24-70 2.8 G2 gibt’s auch so eine Tap-In-Konsole und ich musste noch nie über einen Kauf nachdenken, weil das Objektiv einfach immer perfekte Ergebnisse abliefert.
Probiert euch gern selbst durch. So ein offenblendiges Objektiv hat definitiv seinen Reiz.
Falls ihr das Objektiv schon mal in der Hand hattet oder es sich sogar in eurem Rucksack befindet, teilt gern eure Erfahrungen in den Kommentaren.
Mein erster und zweiter Versuch die Milchstraße einzufangen in einem Beitrag. Beim ersten Versuch bin ich einfach kurz mal vor die Haustüre gegangen und habe einfach von unten nach oben in den Himmel fotografiert um die besten Einstellungen herauszufinden und für einen ersten Versuch eben.
Beim zweiten Versuch war der Anspruch dann schon höher. Ich wollte gerne eine schöne Komposition mit Vorder- und Hintergrund. Außerdem wollte ich jeweils 2 Bilder aufnehmen und nachher zusammen rechnen. Eines für den Vordergrund und eines für den Himmel. Leider war die Lichtverschmutzung relativ groß und ich war überhaupt nicht zufrieden. Die Milchstraße war zu dezent im Bild, Bildfehler mit Streifen, Hotpixel, Rauschkörner ohne Ende – kurzum Katastrophe. Ich war überhaupt nicht zufrieden, aber überzeugt, dass mein dritter Versuch viel besser wird. Eine neue Strategie muss her.