Nordlichter über Bayern – 11.05.2024

Es war der 11.05.2024 und ich war krank. Ich hatte mir für dieses Jahr eine App zugelegt, die mir bei der Polarlicht-Jagd helfen sollte. Ich war schon einige Male los gezogen, aber hatte nie Glück. Dieses Mal sollte es anders sein.

Ich bekam wie schon öfter einen Hinweis von meiner App, dass es kommende Nacht mit den Nordlichtern klappen könnte an meinem Standort. Mir ging es nicht besonders gut, deshalb hatte ich den Hinweis erst einmal ignoriert.

Neugierig sah ich später am Abend nochmal in meine App wie es denn aussieht mit den Sichtungen und der Wahrscheinlichkeit und plötzlich war die ganze Karte rot mit Sichtungen und ich wusste, dass ich sofort ausrücken musste. Erkältet hin oder her.

Ich war unvorbereitet und wollte nicht weit fahren in meinem Zustand, also suchte ich mir einen Platz in der Nähe mit freier Sicht nach Norden. Ich saß 20 Minuten im Auto und hatte die Hoffnung schon aufgegeben. Ich war mir auch gar nicht sicher wie intensiv die Nordlichter sein würden. Ich rätselte, ob ich sie überhaupt erkennen könnte. Ich hatte mir das Limit gesetzt noch 5 Minuten abzuwarten und dann wieder nach Hause zu fahren.

Plötzlich innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde verfärbte sich der Himmel von Norden kommend leuchtend rot. Ich war fassungslos bei diesem Farbenspiel am vor wenigen Minuten noch dunklen Nachthimmel. Als mein Kopf wieder funktionierte, hechterte ich aus dem Auto und schaltete die Kamera ein. Ich hatte während meiner Wartezeit schon ein paar Testaufnahmen gemacht und alles vorbereitet.

Nachdem die Nordlichter verschwunden waren, kam meine Mama zu mir und wir zogen nochmals los. Sie wollte es unbedingt auch erleben. Die Farben der Nordlichter waren später in der Nacht nochmal ganz anders. Wäre ich fit gewesen, hätte ich mir vermutlich die ganze Nacht um die Ohren gehauen, aber ich bin dennoch überglücklich zum ersten Mal Nordlichter gesehen zu haben und das in Deutschland. Es war ein atemberaubendes Spektakel. Ich hoffe, dass ich das bald nochmal erleben darf.

Milchstraße – 1. und 2. Versuch

Mein erster und zweiter Versuch die Milchstraße einzufangen in einem Beitrag. Beim ersten Versuch bin ich einfach kurz mal vor die Haustüre gegangen und habe einfach von unten nach oben in den Himmel fotografiert um die besten Einstellungen herauszufinden und für einen ersten Versuch eben.

Beim zweiten Versuch war der Anspruch dann schon höher. Ich wollte gerne eine schöne Komposition mit Vorder- und Hintergrund. Außerdem wollte ich jeweils 2 Bilder aufnehmen und nachher zusammen rechnen. Eines für den Vordergrund und eines für den Himmel. Leider war die Lichtverschmutzung relativ groß und ich war überhaupt nicht zufrieden. Die Milchstraße war zu dezent im Bild, Bildfehler mit Streifen, Hotpixel, Rauschkörner ohne Ende – kurzum Katastrophe. Ich war überhaupt nicht zufrieden, aber überzeugt, dass mein dritter Versuch viel besser wird. Eine neue Strategie muss her.

Blitz und Donner

Eine meiner spannendsten und mit Abstand lustigsten Aktionen war wohl diese hier:

Ich hatte noch nie Blitze fotografiert und das muss jeder Fotograf mal gemacht haben. Es war Hochsommer und wie es der Zufall so wollte, näherte sich eine gigantische Gewitterfront an diesem Abend. Ich wollte das Spektakel ganz gemütlich eingemummelt im Pyjama auf meinem Balkon verfolgen. Neben mir hatte ich die Kamera aufgebaut und wartete.

Natürlich waren die Blitzer entweder zu weit rechts oder zu weit links von meiner Kamera oder hinter dem Haus. Seufzend und kopfschüttelnd bin ich dann vor die Haustüre um dort noch einen Versuch zu starten. Dort hatte ich einfach in den Himmel hoch gehalten und ja es waren Blitze auf meinem Bild, aber das Foto gab nichts her.

Das Gewitter zog mit großer Geschwindigkeit weiter und meine Ehrgeiz war geweckt. Ohne nachzudenken, mich umzuziehen oder vorzubereiten bin ich ins Auto gestiegen. Es sollte noch in dieser Nacht klappen. Ich war fest entschlossen.

Als ich ein paar Kilometer unter Platzregen gefahren bin, hielt ich schließlich bei einem großen Stausee an und parkte mein Auto am Straßenrand. Es war bereits Mitternacht und die einzige Seele weit und breit war ich. Da ich keinen Regenschirm oder sonstiges mit hatte und lieber im sicheren Auto sitzen bleiben wollte, stellte ich kurzerhand mein Stativ auf den Beifahrersitz, Kamera drauf und kontinuierlich einfach abdrücken. Auf irgendeinem Foto ist sicher ein Blitz. Für meine Augen war zu diesem Zeitpunkt alles schwarz.

Als ich dann zu Hause ankam und meine Fotos natürlich gleich noch sichten musste, war es weit nach Mitternacht. Beim Sichten der Fotos war ich absolut geschockt. Ich hatte zwar einen kleinen Blitz erwischt, aber viel heftiger war diese Verwirbelung, die wie ein Tornado anmutet. Was meint ihr zu diesem Wetterphänomen? Was hab ich da erwischt?

Eine absolut spontane und verrückte Aktion, von der ich Fotos mit heim gebracht habe, die ich niemals so geplant oder erwartet hätte zu machen.